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Juniorhandling



Welches sind die wesentlichen Voraussetzungen für einerfolgreiches Junior-Handling ?
Muss der "Junior-Handler" auch Besitzer des Hundes sein ?
Was ist Sinn und Zweck des Junior-Handlings ?
Wer kann mitmachen ?
Wer beurteilt die Junior-Handler ?
Wie erfolgt die Bewertung ?
Wie erfährt man von einer Junior-Handling-Veranstaltung ?
Wann und wo muss der Junior-Handler sich anmelden ?
Was kostet das Juniorhandling ?



Junior-Handling - was ist das?

Juniorhandling

Das Junior-Handling gehört zum Ausstellungswesen und ist Teil des Ausstellungsgeschehens. Es hat seinen Ursprung in Amerika und wurde vor knapp 10 Jahren vom VDH in Deutschland eingeführt. Wie der Name schon sagt, geht es hier nicht um Erwachsene, sondern um Junioren, Kinder und Jugendliche, die das "Händeln", also das Führen und den Umgang, mit ihrem Hund präsentieren. Im Gegensatz zum sonstigen Ausstellungsmodus wird dabei nicht in erster Linie der Hund beurteilt, sondern der Jugendliche, der seinen Hund rassegerecht und ausstellungsgemäß vorführen soll.

Das fängt schon bei der Kleidung an: Es wird eine "zweckentsprechende" Kleidung erwartet, d. h. eine sowohl der Situation des Vorführens, als auch der jeweiligen Rasse gemäße Kleidung (z. B. die Farbe der Kleidungsstücke soll sich sowohl farblich abheben als auch in harmonisch abgestimmtem Farbkontrast zur Fellfarbe des Hundes stehen, situationsangemessene sportliche Kleidung, Schuhe mit rutschfesten Sohlen, kein Batist-Rüschenkleidchen bei Präsentation etwa eines Deutsch Drahthaar).

Der Begriff "Handling" beinhaltet, dass Jugendlicher und Hund bestimmte Vorführrituale beherrschen. Dabei wird vorausgesetzt, dass der Jugendliche mit dem Hund seiner Wahl vertraut ist und beide sich als "eingespieltes" Team präsentieren. Im Einzelfall kann es allerdings auch möglich sein, dass der Jugendliche einen ihm fremden Hund vorzuführen hat, um sein besonderes Einfühlungs- und Einflussvermögen dem Hund gegenüber unter Beweis zu stellen; letztere Variante wird zuweilen von dem Ringrichter gefordert.

Wenn Gehorsam, Aufmerksamkeit, Gefolgstreue und Pflegezustand des Hundes in die Bewertung mit einfließen, wird zwar vordergründig der Hund beurteilt, aber tatsächlich findet ebenfalls eine Beurteilung des Jugendlichen statt, da der Hund in dessen Verantwortung steht und sein Verhalten Folge der Einflussnahme des Jugendlichen ist sowie auch sein Erscheinungsbild von der Intensität der Pflegemaßnahmen abhängig ist.




Welches sind die wesentlichen Voraussetzungen für ein
erfolgreiches Junior-Handling ?

Folgende Kriterien sind beim Vorführen von Kindern und Jugendlichen zu beachten und maßgebend für ihre Beurteilung:


  • vertrauensvoller, freundschaftlicher Umgang mit dem Hund
    • liebevolle Zuwendung zum Hund
    • Ansprechen des Hundes und Aufforderung zu geforderten Handlungen in freundlichem, ruhigem Tonfall
    • Zuspruch, positive Bestätigung, Lob als Aufmunterung für den Hund

  • Harmonie zwischen Hund und Junior-Handler
    • vernünftiges Maß an Lob und Tadel
    • konzentriertes gegenseitiges Aufeinandereingehen und Zusammenspiel

  • Fairness und Sportlichkeit den Mitkonkurrenten gegenüber
    • keine Handlungen (wie z. B. zu dichtes Auflaufen), die einen anderen Hund zu Reaktionen veranlassen könnten
    • keine Handlungen (wie z. B. Ansprechen), die einen anderen Konkurrenten ablenken
    • den Platzierten gratulieren
    • die Entscheidungen des Richters akzeptieren

  • Grundkenntnisse über die Rasse und über individuelle Eigenschaften des vorgeführten Hundes
    • die wichtigsten Rassestandards aufzählen können
    • typische Rassemerkmale kennen
    • über die Anatomie des Hundes in groben Zügen Bescheid wissen
    • Unterschiede in der Ernährung der Hunde zu der von Menschen nennen können
    • Kenntnisse über das rassetypische Präsentieren des gerade vorgeführten Hundes besitzen
    • Name (Zuchtstättenname), Alter, Geschlecht und Größe des vorgestellten Hundes kennen

  • der Rasse entsprechendes und ausstellungstypisches Vorführen des Hundes, und zwar im Stand, in der Bewegung, in der Gruppe und in der Einzelvorführung beim Figurenlaufen
    • kleine Hunde in der Einzelvorführung auf dem Tisch präsentieren
    • bei bestimmten Rassen bei der Vorführung im Stand Beinstellung überprüfen und Schwanzhaltung optimal ausrichten
    • den Eurasier z. B. möglichst natürlich präsentieren, ihn so motivieren, dass er den Schwanz auflegt
    • Lauftempo an die Laufschritte des Hundes anpassen

  • konzentriertes, selbstsicheres Auftreten im Ring
    • in der Art und Weise des Vorführens erkennen lassen, dass der Junior-Handler mit den Abläufen und Gepflogenheiten im Ring vertraut ist
    • sparsame, allerdings effektive Bewegungen des Junior-Handlers, ohne vom Hund abzulenken, sondern um allein ihn in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen

  • Unterstützung des Richters durch den Vorführenden bei der Gebisskontrolle des Hundes
    • den Hund so positionieren (evtl. in Sitz bringen), dass der Richter problemlos die Zähne begutachten kann
    • eventuell selbst die Lefzen hochziehen und den Fang öffnen

  • Befolgung individueller Anweisungen des Richters
    • nur die vom Richter gewünschten Figuren laufen
    • die Figuren in der vom Richter vorgeschlagenen Richtung und Größe laufen
    • auf Wunsch den eigenen Hund mit dem eines anderen Teilnehmers tauschen, evtl. auch mehrmals

  • Gruppenkoordiniertes Verhalten bei der Vorführung in der Gruppe
    • Abstand halten
    • Beibehalten der vorgegebenen Reihenfolge
    • Anpassen an Laufgeschwindigkeit und Laufrichtung der Konkurrenten
    • neutrales Verhalten des Hundes seinen Artgenossen gegenüber
    • freundliches, rücksichtsvolles, aufmerksames, höfliches und gegebenenfalls hilfsbereites Verhalten des Juniors seinen Mitbewerbern gegenüber

  • Korrekte und vorteilhafte Präsentation des Hundes
    • geeignetes Bewegungstempo für den jeweiligen Hundetyp
    • geschicktes Vorführen, um Mängel des Hundes nicht besonders in Erscheinung treten zu lassen und dem Rassestandard möglichst nahe zu kommen
    • persönliche Entscheidung, ob der Hund im Stand günstiger auf dem Tisch oder dem Boden präsentiert wird
    • bei Standortwechsel des Richters sofortiger Stellungswechsel des Vorführers zu seinem Hund, da er sich niemals zwischen beurteilendem Richter und zu begutachtendem Hund befinden darf

  • Zweckensprechende Kleidung des Junior-Handlers
    • harmonischer Farbkontrast zur Fellfarbe des Hundes
    • bequeme, sportliche Kleidung
    • Schuhe mit rutschfesten Sohlen


Muss der "Junior-Handler" auch Besitzer des Hundes sein ?

Beim Junior-Handling ist nicht maßgebend, ob der Hund im Besitzverhältnis des Vorführenden steht. Es kann der Hund aus der eigenen Familie, aber auch ein fremder Hund vorgeführt werden, entscheidend ist allein das aufeinander abgestimmte Handling, bzw. die gekonnte Präsentation. Es kann sogar, wie bereits bei den Voraussetzungen erwähnt, der Fall sein, dass ein Richter verlangt, dass die Jugendlichen im Ring ihre Hunde untereinander austauschen, um besser die Qualitäten des Handlings der einzelnen Bewerber beurteilen zu können und um festzustellen, ob der Jugendliche auch mit Hunden anderer Rassen umzugehen versteht und in der Lage ist, sich auf neue, fremde Situationen im Umgang mit Hunden einzustellen.

Nur für den zum Junior-Handling gemeldeten Hund gibt es Vorgaben: Er muss ein Rassehund sein und in einem von der F.C.I. anerkannten Zuchtbuch oder Register registriert sein. Es ist andererseits unerheblich, ob er gleichzeitig für die betreffende Ausstellung zur Bewertung gemeldet ist oder nicht. Nur bei KZG-Spezialzuchtschauen gibt es Sonderregelungen: Hier muss der Hund gleichzeitig zur Ausstellung gemeldet sein.




Was ist Sinn und Zweck des Junior-Handlings ?

Das Junior-Handling ist eine Einrichtung, um schon Kinder und Jugendliche an das Ausstellungsgeschehen heranzuführen, ihnen die Präsentation ihres vierbeinigen Lieblings schmackhaft zu machen und sie nicht zuletzt mit den Grundregeln eines disziplinierten und koordinierten Vorführens vertraut zu machen. Da solch ein Vorführen der Übung bedarf, wird auf diese Weise der adäquate Umgang mit einem Hund erlernt und schon im kindlichen und jugendlichen Alter verinnerlicht. Eine harmonische Präsentation setzt folglich bei dem Jugendlichen einen vertrauensvollen Umgang mit dem Hund voraus.

Ziel des Junior-Handlings ist, einerseits beim Jugendlichen Verständnis, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein für den vierbeinigen Freund zu entwickeln und andererseits den später routinierten Aussteller mittels des Junior-Handlings an die verantwortungsvolle Aufgabe heranzuführen. Noch kann auf spielerische Art und Weise das Vorführen erlernt und trainiert werden und schließlich in einem sportlichen Wettkampf mit anderen und Hunden verschiedenster Rassen gemessen werden. Dabei spielen Fairness, Disziplin und Teamgeist eine wesentliche Rolle. Der Erfahrungshorizont hinsichtlich der sportlichen Leistung anderer wird erweitert und die Anerkennung besserer Leistungen als der eigenen wird eingeübt. Als Sieger oder Verlierer aus dem Wettkampf hervorzugehen, ist ein Basistraining, Höhepunkte und Niederlagen im Leben verarbeiten zu lernen.

Aber darüber hinaus verspricht man sich vom Junior-Handling eine noch weiterreichende Wirkung: Durch das Vorbild des diszipliniert, gelassen und sicher agierenden Junior-Handlers soll ein positiver Einfluss auf die Ringmanieren (die zuweilen sehr zu wünschen übrig lassen) der erwachsenen Vorführer ausgeübt werden. Und schließlich wird ein geübter Junior später als Erwachsener genauso diszipliniert seinen Hund ausstellen, so dass zu erwarten ist, dass sich die Ringmanieren dadurch nachhaltig verbessern können.

Ein in der heutigen Zeit ganz wesentlicher Aspekt ist die mögliche positive Beeinflussung oder im Idealfall Umkehrung der Negativzeichnung all dessen, was Hund und Hundehaltung betrifft. Wenn auf der einen Seite das Bild von der Menschen anfallenden Bestie in den Raum gestellt wird, demonstrieren hier wesensfeste Rassehunde in der Hand von Kindern und Jugendlichen Unterordnung und Gefolgstreue. Das kann das Rassehundewesen im Allgemeinen stärken, Vorurteile und Missverständnisse ausräumen helfen und die tatsächlichen Fähigkeiten unserer Hunde unter Beweis stellen.

Aus diesem Grund ist es notwendig und auch so eingerichtet, dass das Junior-Handling fester Bestandteil bei verschiedenen Veranstaltungen ist, um zum einen vielen Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, am Junior-Handling teilzunehmen und andererseits einer breiten Öffentlichkeit in einem vielfältigen Angebot vor Augen zu führen, wie problemlos Hunde in der Lage sind, sich diszipliniert und korrekt zu verhalten.

Demzufolge ist das Junior-Handling obligatorisch für:

  • Internationale Rassehunde-Ausstellungen


und meist fester Bestandteil auf:

  • Allgemeinen Rassehunde-Ausstellungen
  • Spezialzuchtschauen.


Als wichtiges Kriterium für das Junior-Handling wird erachtet, dass es publikumswirksam in das Ausstellungsgeschehen einbezogen sein soll. Das hat zur Folge, dass das Junior-Handling meist am frühen Nachmittag stattfindet, wenn die meisten Rassehundeschauen schon abgeschlossen sind und die Anwesenden Zeit haben, sich diesen Wettbewerb anzuschauen. Aus gleichem Grund findet die Junior-Handling-Vorführung auch meist im Ehrenring statt, wo die Zuschauertribüne vielen Besuchern Platz bietet und zum Verweilen einlädt.

Dieser Ort soll gleichfalls kundtun, dass das Junior-Handling zentrale Bedeutung hat und besondere Anforderungen an die Ausführenden stellt. Für den Richter beinhaltet es, umfassende Kenntnisse über Rassehunde zu besitzen, die speziellen Regeln im Junior-Handling gegenwärtig zu haben und die verschiedenen Leistungen der Ausführenden verantwortungsvoll abzuwägen. Für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen bedeutet dieser Wettkampf, vielfältige Fähigkeiten wie soziales Verhalten, Fürsorge, Einfühlungsvermögen, Konzentration u. a. m. unter Beweis zu stellen. Die Bedingungen des Junior-Handlings sind für jede Alterstufe recht anspruchsvoll und erfordern von den Teilnehmern vollen persönlichen Einsatz.




Wer kann mitmachen ?

Der Junior-Handling-Wettbewerb ist für Kinder und Jugendliche gedacht. Da Kinder und fast erwachsene Jugendliche verschiedene Voraussetzungen mitbringen, hat man, um eine möglichst gerechte Beurteilung zu erzielen, die Junioren in 2 Altersklassen unterteilt:

    Altersklasse I  - Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren
    Altersklasse II - Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren.

  • Als Stichtag für die Alterszuordnung gilt der Tag vor der Veranstaltung.
  • Es muss das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten vorliegen.
  • Am Jahresfinale dürfen nur Junioren teilnehmen, deren 1. Wohnsitz in der BRD ist.



Wer beurteilt die Junior-Handler ?

Für Zuchtschauen im Bereich des VDH sind als Junior-Handling-Richter nur ausgebildete Zuchtrichter autorisiert. Sie sollten mit den Durchführungsbestimmungen eines Junior-Handlings vertraut sein, umfassende Kenntnisse über die verschiedenen international zugelassenen Rassen und deren spezifisches, rassetypisches Handling besitzen und vor allem selbst hinter der Idee des "Junior-Handlings" stehen, d. h. den Sinn des Wettbewerbs und seine Zielsetzung bejahen und fördern.

Bei Junior-Handling-Wettbewerben, die Rassehundezuchtvereine zum Anreiz und zu Übungszwecken bei sonstigen Veranstaltungen mit anbieten, können auch Spezialzuchtrichter, Zuchtleiter, Zuchtwarte, erfahrene Vereinsmitglieder, erfolgreiche Handler und auch erfolgreiche Junior-Handler, sofern sie mindestens 21 Jahre alt sind, eingesetzt werden.

Übrigens können sich erfolgreiche Junior-Handler, wenn sie die Altersgrenze überschritten haben, um selbst noch am Junior-Handling teilzunehmen, zum Junior-Handling-Richter ausbilden lassen.




Wie erfolgt die Bewertung ?

Für den Junior-Handling-Wettbewerb wurde ein differenziertes Punktesystem entwickelt:

Zunächst einmal erhält jeder Teilnehmer für die Präsentation seines Hundes im Ring 5 Punkte. Eine Ausnahme von dieser Regelung muss allerdings dann getroffen werden, wenn der Junior-Handler seinen Hund ganz offensichtlich nicht unter Kontrolle hat; in solch einem Fall muss er sogar vom Wettbewerb ausgeschlossen werden.

Die Qualität der Vorführung entscheidet über die Platzierung. Die fünf besten Junior-Handler jeder Altersgruppe werden platziert. Je nach Platzierung werden noch Zusatzpunkte vergeben, die der Grundpunktzahl hinzugefügt werden.

Folgende Punktzahlen ermitteln sich aus der Platzierung:
1. Platz:      5 Punkte + 10 Punkte = 15 Punkte
2. Platz:      5 Punkte +   8 Punkte = 13 Punkte
3. Platz:      5 Punkte +   6 Punkte = 11 Punkte
4. Platz:      5 Punkte +   4 Punkte =   9 Punkte
5. Platz:      5 Punkte +   2 Punkte =   7 Punkte

Die beiden Erstplatzierten jeder Altersklasse müssen zu einem Stechen noch einmal gegeneinander antreten, damit der Tagessieger ermittelt werden kann. Der Tagessieger darf dann nochmals 5 Punkte für sich verbuchen.

Für den Tagessieger ergibt sich folgende Gesamtpunktzahl:
5 Punkte + 10 Punkte + 5 Punkte = 20 Punkte.

Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde, die die erreichte Punktzahl und eventuelle Platzierung ausweist. Alle Teilnehmer werden mit ihren Punktzahlen beim VDH registriert.

Damit ist aber das Punktesammeln noch nicht zu Ende. Der Junior-Handler hat die Möglichkeit, an vielen verschiedenen Junior-Handling-Wettbewerben pro Ausstellungssaison teilzunehmen. Er sammelt die jeweils erworbenen Punkte.

Am Ende der Saison findet ein Junior-Handling-Finale statt, bei dem der deutsche Junior-Handler des Jahres ermittelt wird, der logischerweise auch die höchste Punktzahl erreicht hat. Ort und Termin dieser Veranstaltung sowie der Stichtag, bis zu dem Punkte gesammelt werden können und eingereicht werden müssen, werden durch den VDH in "Unser Rassehund" frühzeitig angekündigt.

Bei dem Junior-Handling-Finale können allerdings nicht mehr beliebig viele Kinder und Jugendliche mitmachen; teilnahmeberechtigt sind für jede Altersklasse die jeweils 10 besten Junior-Handler, wobei nur deren 4 erfolgreichsten Wettbewerbe, die bei internationalen oder sonstigen termingeschützten Zuchtschauen und Spezialzuchtschauen des VDH erworben wurden, zur Bewertung herangezogen werden. Folglich ist für die gesammelte Punktzahl nicht die Anzahl der absolvierten Wettbewerbe entscheidend, sondern aus der Gesamtzahl der Wettbewerbe werden nur die vier punkthöchsten gewertet. Ergeben sich allerdings aus dieser Hochrechnung durch Punktegleichstand mehr als 10 Kandidaten pro Alterstufe, so werden auch deren andere Wettbewerbe herangezogen und die Punktzahlen verglichen. Qualifiziert haben sich nur die 10 Jugendlichen, die tatsächlich die höchste Punktzahl während der Ausstellungssaison erreicht haben.

Das weitere Procedere entspricht dem Reglement des sonstigen Junior-Handlings. Entscheidend für die Einteilung in die entsprechende Altersklasse ist wieder der Alterslevel des Vortages, wobei es keine Rolle spielt, welcher Altersklasse der Betreffende während der Saison angehört hat. Ist also ein Junior zwischenzeitlich 13 Jahre alt geworden, startet er nicht mehr wie die Saison über in der Altersklasse I, sondern muss jetzt sein Können in der Altersklasse II unter Beweis stellen. Der Beste unter den jeweils 5 Platzierten einer Altersklasse muss dann wieder gegen den Erstplatzierten der anderen Gruppe antreten, einer der beiden wird schließlich "Junior-Handler des Jahres Deutschland".

Dieser "Junior-Handler des Jahres Deutschland" vertritt zu Beginn der folgenden Ausstellungssaison Deutschland auf dem Weltfinale, das auf der "Cruft's Dog Show" in England ausgetragen wird. Der Sieger bei diesem Wettbewerb wird "Internationaler Junior-Handler des Jahres", die höchste Auszeichnung, die beim Junior-Handling zu erreichen ist.




Wie erfährt man von einer Junior-Handling-Veranstaltung ?

Da das Junior-Handling für die Internationalen Rassehundeausstellungen obligatorisch vorgeschrieben ist, bedeutet die Ankündigung einer solchen Veranstaltung, dass zu diesem Anlass auch ein Juniorhandling stattfinden wird. Auf dem Anmeldeformular ist dem Junior-Handling entsprechend Raum für eine Anmeldung vorbehalten.

Bei anderen Veranstaltungen (Nationale Zuchtschauen, termingeschützte Spezialzuchtschauen etc.), die auch ein Junior-Handling anbieten, wird meist speziell auf das Junior-Handling hingewiesen und dazu eingeladen.

Der Stichtag für das Einreichen der im Ausstellungsjahr gesammelten Punkte zur Qualifizierung für den Finale-Wettkampf wird in der Verbandszeitschrift des VDH "Unser Rassehund" angekündigt.

Die Teilnehmer, die zum Jahresfinale zugelassen sind, werden von der Geschäftsstelle des VDH benachrichtigt. Das Finale findet meist auf der letzten Internationalen Zuchtschau oder einer ähnlich herausragenden Veranstaltung, die der Zuchtschau-Ausschuss des VDH bestimmt, statt.




Wann und wo muss der Junior-Handler sich anmelden ?

Die Meldung erfolgt bei Internationalen Ausstellungen mit dem jeweiligen Meldeschein und unterliegt den gleichen Meldeschlussdaten. Zuweilen sind auch Nachmeldungen möglich, die Fristen setzt jeweils der Veranstalter. Auch bei Nationalen Rassehundeschauen und Spezialzuchtschauen gilt eine Passage auf den Meldescheinen dem Junior-Handling. Die Adresse, an die die Meldung geschickt werden muss, ist auf dem Anmeldeformular angegeben.

Der für das Juniorhandling vorgesehene Hund muss nicht zwingend zur Ausstellung gemeldet werden, aber es ist Voraussetzung, dass der Hund in einem von der F.C.I. anerkannten Zuchtbuch oder Register eingetragen ist. Nur für KZG-Spezialzuchtschauen gelten Sonderregelungen, die vorschreiben, dass der Hund auch für die Ausstellung gemeldet sein muss.




Was kostet das Juniorhandling ?

Die Höhe der Meldegelder wird von den jeweiligen Veranstaltern festgelegt. Sie liegt meistens weit unter den Meldegebühren für einen Hund zur Zuchtschau. Finanzielle Rabatte für spezielle Personengruppen sind nicht erlaubt.

(Margot Pasedach)



KZG immer eine Nasenlänge voraus